Justice yet to come and its been a while already.

Justice yet to come and its been a while already.

Unabhängigkeit und Nationalstaatlichkeit, freie Marktwirtschaft und Bürgerrechte haben nicht dazu geführt, dass in Lateinamerika “Wohlfahrtsstaaten” entstanden sind. Es ist doch erstaunlich, dass nichtsdestotrotz enorme in die Nation integrierende Kräfte wirken und weiter wirken. Diese schaffen es auch die unteren Klassen, diesen Begriff kann man hier problemlos verwenden, in die Nation zu integrieren und für einigermaßen stabile Verhältnisse zu sorgen. “Hard power” ist vor allem mit Blick auf die enormen sozialen Diskrepanzen vergleichsweise selten nötig um den Großgrundbesitz und die immer noch Export-orientierte Industrie zu sichern.

Allerdings: Auch ein ausgeprägter “patrios” kann die Landlosen “sin tierras” nicht darüber hinwegtrösten, dass sie nicht über genügend Mittel verfügen ihre Kinder oder sich selbst über die Runden zu bekommen. Hier scheinen die Integrierenden Kräfte der Nation besonders zu wirken, nämlich Disintegrierend. Die Ausstoßung jener eint alle anderen Klassen. Ihre brutale Nacktheit (siehe Arendts Flüchtlingsbegriff), das Leben nicht am Rand oder außerhalb, sondern genau auf dem Rand, ermöglicht es das sich ein großes “Wir” definiert kann. Nämlich genau durch die Entgrenzung (nicht Ausgrenzung), die scheinbar Trennscharf verläuft, es aber doch nicht ist. Das auf dem Rand kann man in Paraguay bildlich sehen. Die einzige große Straße, die Asuncion mit dem ländlichen Norden verbindet, ist zum Lebensraum für jene geworden, die keinen Platz besitzen. Weder hier noch dort.

Viva Paraguay!

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